Spendenaufruf und aktuelle Situation !

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English version follows !

Der Winter kommt und die Situation für Geflüchtete wird immer bedrohlicher. No Border Kitchen unterstützt Geflüchtete auf Lesbos in Griechenland. Leider sind unsere Mittel sehr begrenzt und jetzt brauchen wir euren Support!

Die Situation auf Lesbos

Seit Monaten sind tausende Mensche auf der Flucht. Auf der Flucht vor Krieg, Terror, Repressionen, totalitären Regimen und den Folgen  jahrelanger ökonomischer Ausbeutung, die ein komfortables Leben in Europa erst ermöglicht.

Anstatt Menschen in Not zu helfen riegelt Europa die Grenzen ab und ignoriert die Mitschuld an deren Problemen. Menschen die voller Hoffnung auf ein friedliches Leben in Europa sich auf eine lange und riskante Reise gemacht haben erwartet hier in Lesvos ein ähnliches Szenario. Sie werden an ihrer Bewegungsfreiheit gehindert und in Camps mit menschenunwürdigen Verhältnissen untergebracht. Sie werden gezwungen sich der Organisation dieser sogenannten “Flüchtlingskrise“ unterzuwerfen. Darüber hinaus sind die Geflüchteten der Hetze und Attacken griechischer Rassisten teilweise hilflos ausgeliefert.

Wir von No Border Kitchen können das nicht akzeptieren, jeder Mensch sollte die Freiheit haben sich frei bewegen und organisieren zu können, unabhängig von der Herkunft.

Laut offiziellen Zahlen (UNHCR) befinden sich momentan ca. 16000 Geflüchtete auf den griechischen Inseln. Die tatsächliche Zahl ist nicht bekannt.

Auf Lesvos werden momentan 6000 Geflüchtete festgehalten, die zwei Hauptcamps Kara Tepe und Moria haben Kapazitäten für 3500 Menschen und sind somit hoffnungslos überfült.

Kara Tepe ist ein Camp hauptsächlich fuer Familien, ca. 1000 Menschen sind dort registriert. Somit ist Moria ein Hotspot mit ca. 5000 Menschen, wie viel Menschen dort tatsächlich „wohnen“ weiß niemand.

Moria

Moria hat sich zu einem berüchtigten Camp entwickelt, selbst große NGOs haben sich von dort zurückgezogen, da sie diese Zustände auf keinen Fall unterstützen wollen. Das Camp hat etwa doppelt so viele Menschen wie Kapazitäten. In diesem Chaos werden Menschen in Nationen eingeteilt und unterschiedlich behandelt. Dies fördert den Rassismus. Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Nationen gehören zum Alltag. Die sanitären Bedienungen sind katastrophal, für Mahlzeiten gibt es Wartezeiten von 1-2 Stunden (für eine Portion die niemanden satt macht) und die Kleiderversorgung ist nicht ausreichend. Insbesondere in der nun beginnenden Winterzeit müssen die Menschen in Container-Wohnungen oder dünnen Zelten frieren.

In diesem Chaos sind die Menschen großem Stress ausgesetzt und haben keinerlei Rückzugsmöglichkeiten. Manche Menschen harren bereits seit neun Monaten in den Camps aus, da ihre Asylanträge gar nicht, oder nur sehr langsam bearbeitet werden. Viele bekommen über Monate nicht einmal die Möglichkeit, einen Asylantrag zu stellen.

Viele Menschen können diese Zustände nicht ertragen und schlafen in leeren Gebäuden oder auf der Strasse. Dabei müssen sie sich vor den Behörden verstecken, denn eigentlich MÜSSEN sie in den Camps schlafen.

Die Arbeit der “No Border Kitchen”

No Border Kitchen unterstützt die Idee der Gleichberechtigung, jeder Mensch sollte frei wählen dürfen wie er sich organisiert, bewegt und untergebracht wird. Dafür haben wir zusammen mit Geflüchteten ein Socialcenter geschaffen in dem sich Menschen treffen und austauschen können. Wir kochen täglich 600 Portionen, 400 für das Center und 200 Portionen für Menschen, die auf der Strasse leben.

Jede*r ist willkommen im Center, viele kommen aus den Camps zum Essen, die Mehrheit unserer Besucher*innen haben die Camps verlassen und versuchen sich mit 80 Euro/Monat (oder komplett ohne Geld) selbst zu versorgen. Unabhängig davon versuchen wir 2-3 mal pro Woche Lebensmittel an Gruppen zu geben, die die Camps verlassen haben (ca. 80 Menschen). Wir versuchen täglich Spenden (Kleidung, Decken und Medikamente) zu bekommen. Der Winter kommt und viele Menschen haben weder winterfeste Kleidung noch genügend Decken. Da wir keine offizielle NGO sind, ist dies jedesmal aufs neue eine Herausforderung.

Zusätzlich versuchen die griechischen Behörden unsere Arbeit zu behindern, da durch eine Gleichberechtigung die Kontrolle über Geflüchtete schwieriger wird.

Wir sind die einzige Gruppierung, die momentan selbstorganisierte Geflüchtete in diesem Masse unterstützt.

Momentan finanzieren wir uns hauptsächlich mit Spendengeldern aus Deutschland (ca. 6000 Euro/Monat), aber da wir immer mehr Zulauf bekommen und wir uns fuer den Winter vorbereiten müssen, reicht das Geld nicht aus.

Auf Anfrage können wir eine Finanzübersicht der letzten 2-3 Monaten schicken.

Was könnt ihr tun?

Wir sind auf der Suche nach mehr Support, wir benötigen mehr finanzielle Unterstützung, Sachspenden wie Kleidung (vor allem Jacken), Schuhe, Medikamente oder praktische Gegenstände wie Pappbecher für die Essensausgabe, Kochutensilien, Stromgenerator, alte Handys (die einzige Möglichkeit Kontakt zuhaben),usw…

Darüber hinaus können wir jede helfende Hand gebrauchen!

Weitere Informationen findet ihr unter https://noborderkitchenlesvos.noblogs.org/

Facebook: No Border Kitchen Lesvos

Twitter: @noborderkitchen

Email: noborderkitchen@riseup.net

Bitte nehmt euch ein paar Minuten Zeit und schaut euch unsere Arbeit an, vielleicht könnt ihr uns nicht selbst unterstutzen, aber kennt jemanden, der es kann.

Spenden bitte auf folgendes Konto überweisen:

Rote Hilfe OG Salzwedel
IBAN: DE93 4306 0967 4007 2383 12
BIC: GENODEM1GLS
Comment: NBK Lesvos

Kein Mensch ist illegal!!!